28.04.2012



Hier sind 2 kleine (jeweils ca. 50 g) Tüten mit Brensselfasern gefüllt. Die weiße Brennnessel wurde entholzt, nass aufgeschlossen, geblichen und kardiert. Die Faser ist kurzstaplig.
Die andere Tüte ist rohe Nesselfaser, langstaplig und wurde nur entholzt. 
Nun ist es spannend, was werde ich daraus probieren? Die kurzstapligen Fasern werde ich mit anderen Fasern mischen. Sie sind wie Flaum und fassen sich Watte ähnlich an. 
Die Langfasrigen kann man verspinnen. Sie fühlen sich wie Heu an. (Eigentlich ja auch logisch, es ist eine Pflanze.)
In einem alten Landwirtschaftsbuch aus dem Jahre 1920 steht:
Die Faser wird schon lange genutzt.  Durch den 1. Weltkrieg gelang die Faser wieder zu mehr Beachtung.
Der Bestand kann bis zu 15 Jahren auf einem Standort genutzt werden. Im Jahr kann man 1-2 Schnitte für die Gespinstgewinnung nutzen, am Besten Juli, August und dann Oktober. Die Nessel liebt stickstoffreiche, feuchte Böden und Schatten. Deshalb ist eine Feldbestellung etwas problematisch. 
Hier steht noch viel mehr über die Nessel.
Ich möchte mich für diese Proben bei Herrn B. bedanken. 

Kommentare:

Uta hat gesagt…

Hallo Katja,
ich habe auch mal die kardierte, aufgeschlossene Brennessel gehabt. Die wird besser mit etwas nasser Hand versponnen. Ich habe sie mit ich selbst verzwirnt und einen wunderbaren kleinen Tischläufer daraus gewebt - der hat sehr viel Ausstrahlung.

Zeig mal Deine Werke daraus, das würde mich sehr interessieren.

Herzliche Grüße

Uta

Schattenspinner hat gesagt…

Hallo Katja,
das ist wirklich interessant. Berichte doch wie es sich verspinnen lässt. Auf Bericht und Bilder bin ich sehr gespannt!
Liebe Grüsse
Inge